Bücher

Meine sechs liebsten Bücher aus 2017

Ich hoffe da sind jetzt ein paar dabei, die vielleicht noch nicht jeder von euch schon gelesen hat, weil ich sehr viele unterschiedliche Dinge gelesen habe letztes Jahr. Es war sehr schwer sechs auszusuchen und ich habe sie innerhalb der 1-6 nicht extra gewertet. Bereit? Los geht’s.

  • Marie Meimberg – Sei du selbst, alles andere wirst du eh verkacken!
    Vielleicht mein liebstes Buch aus dem letzten Jahr! Marie Meimberg ist in meinen Augen sowieso schon eine übertrieben coole Frau (wer sie nicht kennt, geht jetzt auf Google oder Youtube), aber dieses Buch hat mich noch mehr darin bestätigt, denn es ging mir richtig ans Herz. Es besteht aus kleinen Kurzgeschichten mit kleinen Illustrationen und jede davon brachte mich zum Schmunzeln. Ich mag ihre Ausdrucksweise und ihre Geschichten haben es geschafft, mir ein gutes Gefühl gegeben, mich aufzubauen, mich wieder auf den Boden der Tatsachen zu holen und eben viele Gefühle auszulösen.

 

  • Eve Ensler, The Vagina Monologues
    Auf dieses wunderbare Buch bin ich durch die feministische goodreads-Gruppe Oursharedshelf, initiiert von Emma Watson, (auch hier gilt wer die Gruppe noch nicht kennt und gerne mit lesen und diskutieren möchte – werft mal einen Blick drauf) gekommen. Eve Ensler hat zahlreiche Frauen zu ihrer Vagina interviewt und so die einzelnen Monologe geschrieben. Die Stücke vermitteln alle völlig unterschiedliche Stimmungen und verschiedene Sichtweisen. Ich habe mal gelacht, mal hat mich das Gelesene ergriffen. Sie feiert mit diesem Buch die weibliche Sexualität auf eine schöne komplexe Art und Weise. Die Monologe wurden mittlerweile super oft aufgeführt, ihr findet auch vieles dazu auf YouTube. Außerdem initiierte Eve Ensler den V-Day (Vagina-Day) am 14. Februar als Aktionstag gegen die Gewalt an Frauen.

 

  • Anne Heintze, Auf viele Arten anders
    Dieses Buch hat wortwörtlich mein Leben verändert. Es hat mir die Augen geöffnet und ich habe mich absolut verstanden gefühlt. Anne Heintze beschäftigt sich viel mit Hochbegabung und Hochsensibilität und hat hier ein Buch geschrieben, dass sich an alle richtet, die überfordert von ihrer Vielzahl von Interessen sind – mich eingeschlossen. Sie definiert mein Verhalten weg von Unbeständigkeit, hin zur Vielseitigkeit und gibt viele praktische Tipps mit auf den Weg. Darüber könnte ich mehrere Seiten schreiben. Vor allem für die Kreativen unter euch eine große Empfehlung!

 

  • Haruki Murakami, Die Pilgerjahre des farblosen Herrn Tazaki
    Murakami hat irgendwie etwas ganz besonderes an sich und ich kann nicht mal sagen was. Trotz Übersetzung ist sein Schreibstil einfach so wunderschön und seine Geschichten zwar auf den ersten Blick vielleicht absurd, aber doch irgendwie spannend und ruhig zugleich. Das Buch hat mich tief in den Bann gezogen und das habe ich so sehr daran geschätzt.

 

  • Norman Doidge, Neustart im Kopf
    Dieses Buch war so unglaublich spannend. Obwohl es quasi ein Sachbuch zum Thema “Wie sich unser Gehirn selbst repariert ist”, hat es mich Seite für Seite gefesselt. Norman Doidge zeigt an vielen Forschungsbeispielen, zu welchen erstaunlichen Dingen unser Gehirn in der Lage ist! Er schafft damit einen faszinierenden Einblick in die Welt unseres Gehirns und es hat vor allem mir gezeigt, wie viel möglich ist und was alles noch verändert werden kann. Das Thema lässt mich so schnell nicht wieder los!

 

  • Anne Wizorek, Weil ein Aufschrei nicht reicht
    Über dieses Buch habe ich bereits einen Beitrag geschrieben, den du gerne hier lesen kannst. Es hat mich einfach motiviert, mir gezeigt, wie viel noch zu tun ist in unserer Gesellschaft und mich wieder neu für das Thema Feminismus begeistert. Ich habe mir während dem Lesen echt viele Gedanken gemacht und mich danach nicht mehr aufgehört mit dem Thema zu beschäftigen.

Habt ihr eines dieser Bücher schon gelesen? War was für euch dabei?

 

 

Bücher · Feminismus

Feminismus – Fuck Yeah; Das Buch von Anne Wizorek

[Archiviert aus meinem alten Blog]

„Ich liebe das Internet und dessen Möglichkeiten! Ich habe es wachsen sehen (und tue dies noch) und erlebt, wie immer mehr und andere Möglichkeiten hinzukamen. Und schließlich habe ich nicht zuletzt durchs Internet gelernt, dass das, wofür ich stehe, feministisch ist – kein großes »ABER«, sondern nur ein »Fuck yeah!«

Anne Wizorek

Kurze Vorgeschichte: Anfang des Jahres 2013 erscheint auf dem Blog kleinerdrei der Artikel Normal ist das nicht! von Maike, in dem sie ihre Erfahrungen mit Street Harassment* beschreibt. Anne lässt das Thema nicht mehr los, sie sucht nach einem Weg auch hierzulande Geschichten zu sammeln und so auf Street Harassment hinzuweisen: Der Hashtag #aufschrei wird geboren. Damit löst sie in Deutschland eine riesige Sexismusdebatte aus, die aufzeigt, das Gleichberechtigung in Deutschland noch lange keine Realität ist.

*sexuelle Belästigung an öffentlichen Plätzen

Ein Jahr später schreibt sie dann ihr Buch: Weil ein #Aufschrei nicht reicht – Für einen Feminismus von heute, welches jetzt, drei Jahre später immer noch erschreckend viel Relevanz hat.

Anne Wizorek beschreibt auf ihre sympathische und eindringliche Art und Weise, warum Männer und Frauen in Deutschland immer noch nicht gleichberechtigt sind, und was jeder von uns dagegen tun kann.

Sie schreibt, warum die Geschlechterquote nur ein guter Anfang ist, wie Bezahlung in Unternehmen aussieht, über die Pille danach – und sexuelle Selbstbestimmung und wie wir weg von einer „Du willst es doch auch“-Kultur und hin zu einer „Willst du auch?“-Kultur kommen. Es geht darum, wie wir Frauen niemals dem vorherrschenden Ideal gerecht werden können, in welche Schubladen wir gesteckt werden und was trotzdem alles von uns erwartet wird. Außerdem beschreibt Anne auch wie schwer es gemacht wird, Familie und Karriere zu vereinbaren und vergisst auch nicht, die LGBTQI* Community in die Gleichberechtigungs- und Akzeptanz Debatte einzubeziehen. Kurz gesagt, eine Zusammenfassung von vielen relevanten Themen zum deutschen Feminismus, jeweils auf den Punkt gebracht.

*(Lesbian, Gay, Bisexual, Transgender, Queer, Intersexual)

Ich persönlich habe das Buch geliebt. Sie benutzt eine Sprache, die niemals trocken ist, sondern manchmal ernst, manchmal derb, immer ehrlich und entlockte mir so viele Male ein Schmunzeln. Trotzdem werden alle Themen sachlich und gut recherchiert beleuchtet, sowie mit vielen Beispielen untermauert.

Jeder sollte dieses Buch gelesen haben. Das Buch erzählt die Geschichte und die Hürden des heutigen Feminismus und hat mir immer wieder die Augen geöffnet. Es hat mich ungemein motiviert, aktiv zu werden. Sich selbst einzumischen.

Wenn ihr neugierig geworden seid, dann los zum lokalen Buchhändler eures Vertrauens oder vielleicht der Bibliothek.

„Wir wollen nicht zurück, wir wollen nur noch vorwärts. Und wir wollen vor allem keine Schubladen mehr, sondern freie Entfaltung für alle. Wir haben längst angefangen. Machen wir weiter!

Das F in Feminismus steht für Freiheit.“

Anna Wizorek