Fair Fashion · Nachhaltigkeit

#whomademyclothes

[aus meinem alten Blog archiviert]

Diese Woche ist Fashion Revolution Week! Fashion Revolution wurde vor 4 Jahren ins Leben gerufen, nachdem am 24. April 2013 das Rana Plaza in Bangladesh einstürzte und dabei 1.127 Menschen um’s Leben kamen und 2438 weitere Menschen verletzt wurden. Die meisten von ihnen waren Textilarbeiterinnen. (Unter welchen Bedingungen hier gearbeitet wurde und wie damit umgegangen wird zeigt dieser persönliche Bericht ganz gut).

Die Kampagne #whomademyclothes der Fashion Revolution Week fordert mehr Transparenz der Hersteller, sowie ein Überdenken unserer Sichtweise gegenüber unseren Klamotten.

Warum ist Transparenz so wichtig? Wenn Unternehmen offen legen, wie, mit wem, unter welcher Zielführung und mit welchen Richtlinien sie arbeiten, übernehmen sie gleichzeitig die Verantwortung dafür. Außerdem können nur bekannte Probleme auch gelöst werden. Man kann also auch nur etwas ändern, wenn man weiß, was alles schiefläuft.

Nach welchen Kriterien kaufen wir unsere Kleidung? Was wissen wir über die Klamotten, die wir tragen? Weiß ich, was ich da kaufe und wo es herkommt? Oder vielleicht wie und aus welchem Material es hergestellt wird? Interessiert mich das überhaupt?

Wenn ich mir den oben verlinkten Artikel von der Frau, die den Einsturz überlebte, durchlese, frage ich mich wirklich: Ist es das wert? Ist ein voller Kleiderschrank das wert? Ist diese neue Jeans das wert?

Wie denken wir über die Kleidung, die wir tragen? Kleidung ist kein schnelles Wegwerfprodukt! Kleidung muss in vielen Schritten sorgfältig hergestellt werden und wir tragen sie täglich auf unserer Haut. Warum ist uns nicht wichtig, was wir da tragen?

Fashion Revolution fordert uns auf, neugierig zu sein, zu recherchieren und etwas zu tun. Wenn ich ehrlich bin, weiß ich viel zu wenig über die Teile in meinem Schrank. Es kostet nicht viel Zeit rauszufinden, welches Unternehmen ich da eigentlich unterstütze.

Ein Beispiel: Auf Rank-a-brand kann ich nachsehen, wie viel ein Unternehmen preisgibt und ob es z.B. auf Nachhaltigkeit achtet. Hier erhält also mein Pulli von Mango die Bewertung D – kaum empfehlenswert. Hier kann ich auch sehen, dass Mango zwar angegeben hat, ein Verbot für das Sandstrahlen von Jeans zu haben, aber keine Angabe zu den direkten Zulieferern machen möchte. Genau so, wie allgemeine Infos, wie: zu wem gehört das Unternehmen, wo hat es seinen Sitz, wo lässt es produzieren. So kann mir sehr schnell ein erstes Bild machen und für mich abwägen.

>> CALL TO ACTION <<

Bleib neugierig und bilde dich!
Auf der Seite von Fashion Revolution findest du zahlreiches richtig schön aufgearbeitetes Material zu dem Thema, wie zum Beispiel dieses Booklet.
Du kannst auch gleich @fash-rev auf instagram folgen oder ihren Youtube Kanal abonnieren (Hier zum Beispiel ein Video zum Child Labour Experiment).
Falls du dich mit dem Thema Fair Fashion auseinander setzen willst, empfehle ich die supergute Linkliste, die Maddie zusammengestellt hat und auch die Doku The True Cost auf Netflix.

Mach mit bei der Kampagne!
Lade ein Foto mit einem Etikett hoch, adressiere die Marke und frage #whomademyclothes.

Überdenke deine Einstellung gegenüber deinen Klamotten.
Fange an, sie wertzuschätzen. Kaufe weniger, aber hochwertiger oder Second Hand.

Danke für jeden, der diesen Artikel bis hier her gelesen hat. Lasst mir gerne einen Kommentar da und erzählt mir, wie ihr mit Mode umgeht.

Nachhaltigkeit · Tipps

Fünf kleine Schritte zur Nachhaltigkeit

[aus meinem alten Blog archiviert]

Nachhaltig leben liegt ja jetzt schon im Trend. Man kann sich also unmöglich noch widersetzen, sich mit dem Thema zu beschäftigen. Und wenn man dann erst mal dabei ist, merkt man, dass ein riesiger Brocken über einem selbst einstürzt.

Zumindest ging es mir so. Je mehr ich über das Thema wusste, desto mehr wurde mir bewusst, wie viel ich eigentlich ändern muss (wie viel ich eigentlich nicht wusste.). Und zwar so wie bei einer Hausarbeit zwei Tage vor Abgabe – ich hab noch nichts gemacht, es gibt so viel zu tun dass ich nicht weiß nicht mal wo ich anfangen soll, aber der Zeitdruck sitzt mir im Nacken. Denn es ist so gesehen fünf nach zwölf und allerhöchste Zeit wenigstens Schadensbegrenzung zu betreiben.

Und da steh ich und bin erst mal heillos überfordert. Denn im Grunde genommen mache ich alles falsch. Vielleicht geht es ja manchen von euch ähnlich wie mir. Das Schlimme dabei ist: Das Thema hat mich gepackt, ich möchte jetzt also unbedingt etwas tun – am liebsten Alles auf einmal – und merke, es ist chancenlos: ich schaffe gar nichts.

Ich bin weder Veganerin, noch Vegetarierin, ich benutze keine Menstruationstasse, in meinem Schrank sind immer noch Klamotten von H&M, ich besitze Schuhe aus Leder und Großkonzernsneaker.

Aber muss ich wirklich ein schlechtes Gewissen haben, wegen jedem Teil, was unter scheußlichen Bedingungen hergestellt wurde und seit Jahren in meinem Kleiderschrank hängt? Oder jeder Avocado, jeder Plastiktüte oder -verpackung, die sich einschleicht, jedem Coffee-to-go-Becher (oh, das waren viele…)? Oder jedem Flug, an dem ich für Hunderte von Kilos an CO2 verantwortlich bin?

Nein, das muss ich nicht.

Ich sollte eines haben, wenn mir das alles komplett am Arsch vorbeigeht. Aber definitiv nicht, weil ich damit überfordert bin. Was ich gelernt habe ist: Ich muss kleine Schritte gehen. Fehler zulassen und aus ihnen lernen.

Falls es euch auch so geht, habe ich hier ein paar kleine Schritte, bei denen jeder etwas findet, dass er umsetzen kann.

1. Sich auskennen/Informieren
Almightyyy Internet! Geh los und recherchiere! Schau Dokus, lies Artikel, lies Blogs. Bleib auf dem neusten Stand. Abonniere Seiten, die dich darüber informieren.

2. Weniger Konsumieren
Dir ist es finanziell nicht möglich auf Fairtrade zu achten? Wieso nicht überlegen, ob du das Teil überhaupt brauchst und kaufen möchtest? Oder wie viele Teile du brauchst: Ein besseres, länger haltbares Shirt statt 5 Günstige macht nämlich auch einen Preisunterschied.
Mach dir außerdem mal Gedanken darüber, was du eigentlich kaufst. Was steckt da an Inhaltsstoffen drin, wo wurde es hergestellt, was weißt du über das Unternehmen, wie ist die Qualität.. und so weiter. Du wirst merken, dass das dein Kaufverhalten ziemlich beeinflusst.

3. Frische Lebensmittel kaufen
Das ist eigentlich am nächstliegendsten: Kaufe (ab und zu / immer öfter / ausschließlich) frische, regionale und saisonale Lebensmittel. Das ist oft genau so teuer oder sogar günstiger und am besten dann ohne Plastiktüte 😉 (Es gibt keine Ausreden, lern kochen :D)

4. Recyceln /  Gebraucht kaufen und verkaufen
Wie wäre es wenn du den Kram, den du nicht mehr brauchst nicht einfach wegwirfst, sonder zum Beispiel auf ebay Kleinanzeigen oder auf dem Flohmarkt weiterverkaufst. Das ist nicht nur nachhaltig, sondern auch gut für den Geldbeutel. Genauso gut kannst du Dinge weiterverschenken und Mitmenschen eine Freude machen. Andersherum funktioniert das auch: Überleg dir bei der nächsten Anschaffung ob es unbedingt neuwertig sein muss oder ob du es nicht lieber gebraucht kaufen möchtest. Auch da freut sich der Geldbeutel. 😉

5. Das Thema ansprechen
Der einfachste Punkt: Rede darüber! Sprech das Thema in deinem Freundeskreis, mit deinem Partner oder in deiner Verwandtschaft an. Du wirst überrascht sein, was für Gedanken sich die Leute um dich herum so machen.

Aber versteht mich bitte richtig; ich bin auf diesem Thema auf keinen Fall ein Vorbild und stehe auch erst gaaanz am Anfang. Ich versuche aber euch an meinen Fehlern teilhaben zu lassen, damit ihr und ich was draus lernen. Und vielleicht hat ja jemand von euch noch einen guten Tipp, den er hier anfügen möchte? Wie geht es euch mit dem Thema? Beschäftigt euch das?